Montag, 22. Oktober 2012

Dogshit

Heute nehme ich den Blog-Titel mal wörtlich, denn der Berliner Tagesspiegel weiß eine Annekdote zu berichten, die man kaum glauben mag. Aber lies selbst: Volle Tüte!


Berlin ist eine Stadt, die einen Haufen Probleme und ein Haufen-Problem hat. Obwohl - das muss man auch mal sagen, der Zustand der Berliner Straßen hat sich schon gebessert. Es gab Zeiten, da konnte man, so wie Peter Fox es in einem Song beschreibt, wirklich "nur schweben", wenn man trockenen und vor allem einigermaßen gut riechenden Schuhes durch die Stadt kommen wollte. Ich kann mich erinnern, dass ich manchmal täglich den Hundekot aus den Schuhen meiner Kinder gepolkt habe.
Nun habe ich selbst seit gut zwei Jahren einen Hund und musste mich, obwohl ich bekennender Tütenentsorger bin, auch schon anpöbeln lassen. Von einem Vater, der an mir und meinem kackenden Hund vorbeilaufend, im Beisein seiner Kinder lauthals verkündete, dass "alle Hundebesitzer ihre Köter überall hinscheißen lassen". Den Moment, als ich die Tüte aus meiner Tasche zog und die Hinterlassenschaften meines Hundes ordnungsgemäß beseitigte, erlebte er nicht mehr, weil er da schon im Auto saß.
Und so ist Berlin nicht nur eine Haufen-Stadt - sie ist vor allem auch eine Stadt der Vorurteile und der Grabenkämpfe. Weltoffen und doch so provinziell in vielerlei Hinsicht. Die Fronten sind ähnlich wie beim Thema Fahrradfahrern, Latte Macciato trinkenden Müttern in Prenzlauer Berg oder Baustellen ziemlich verhärtet und ich kann mir kaum vorstellen, dass die von Justizsenator Dr. Heilmann angebotene Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung eines neuen Hundegesetzes Wirkung zeigt.
Ich werde das beobachten und derweil meinen Podenco-Mix in miniaturhaften Auslaufgebieten ableinen und brav seine Kacke entsorgen.

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